Wissensbegriff

Naturverbundenheit

Naturverbundenheit beschreibt das subjektive Gefühl, mit Natur in Beziehung zu stehen. Sie ist keine Voraussetzung für Lernen und entwickelt sich individuell.

Bedeutung für Schule

Naturverbundenheit meint, dass Menschen Natur als bedeutsam, vertraut oder zu sich gehörig erleben können. Für Schule ist das kein Lernziel, das sich erzwingen lässt. Es kann aber ein hilfreicher Zugang sein, wenn Kinder und Jugendliche draußen eigene Erfahrungen machen und diese teilen dürfen.

Pädagogische Einordnung

Die Biophilie-Hypothese beschreibt eine mögliche menschliche Hinwendung zum Lebendigen. Sie ist keine Garantie dafür, dass alle Menschen den Wald mögen, sich dort sicher fühlen oder auf dieselbe Weise reagieren. Vorerfahrungen, Kultur, Barrieren, Wetter und Gruppensituation spielen mit hinein.

Praxisbezug

Ein naturnaher Lernort wird nicht dadurch pädagogisch, dass eine Klasse nur draußen ist. Wahrnehmen, Fragen, Handeln und Reflektieren schaffen einen Bezug. Auch eine zurückhaltende oder kritische Haltung zur Natur darf dabei ihren Platz haben.

Abgrenzung

Naturverbundenheit ist weder ein Persönlichkeitsmerkmal noch ein Beleg für umweltgerechtes Verhalten. Ein Training darf sie nicht bewerten oder als Erwartung an Kinder und Jugendliche formulieren.

Autor: Hermann Schmidt · Aktualisiert: 25.07.2026