Wissensbegriff

Verkörpertes Lernen

Verkörpertes Lernen nimmt ernst, dass Denken, Wahrnehmen, Bewegung und Handeln beim Lernen zusammenwirken.

Bedeutung für Schule

Verkörpertes Lernen beschreibt einen Lernzugang, bei dem Bewegung, Wahrnehmung und Handlung nicht als bloßes Beiwerk gelten. Was Kinder tun und sinnlich erfahren, kann Teil ihres Verstehens werden.

Pädagogische Einordnung

Der Begriff bedeutet nicht, dass jede Bewegung automatisch Lernen verbessert. Entscheidend sind Aufgabe, Aufmerksamkeit und Reflexion. Verkörpertes Lernen ist außerdem nicht dasselbe wie die Theorie der Embodied Cognition, sondern eine pädagogische Übertragung verwandter Gedanken.

Praxisbezug

Beim gemeinsamen Bauen, Balancieren oder Orientieren müssen Kinder Abstände einschätzen, Rückmeldungen geben und Handlungen aufeinander abstimmen. Die Reflexion übersetzt diese Erfahrung in Sprache und Transfer.

Abgrenzung

Verkörpertes Lernen ersetzt keine fachliche Didaktik. Es vermeidet auch die vereinfachte Idee fester „Lerntypen“.

Autor: Hermann Schmidt · Aktualisiert: 28.07.2026